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Richie in London

Welcome to my life!

Richard Mächtel

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Ich denke jeder Mensch sollte einmal im Leben aus seinem Alltag ausbrechen. Einfach mal alles abbrechen, ein "neues Leben" an einem anderen Ort beginnen. Ganz unten anfangen und sich hocharbeiten.

Im Januar 2007 verliess ich meine Heimatstadt Celle in Niedersachsen und zog in die britische Millionen-Metropole London. Rueckblickend war es ziemlich naiv einfach so aufzubrechen, ohne Kontakte oder Jobzusage. Wochenlang kaempfte ich um eine Arbeitsstelle und fing schliesslich im Bankenviertel Canary Wharf als Kellner an.

Seither ist viel passiert! Ich habe ein Journalismus- Studium in Internationaler Politik angefangen und bin ein halbes dutzend mal umgezogen, bis ich schliesslich in Southwark landete.

Der abenteuerliche Weg dahin ist in diesem Blog zusammengefasst.

Join the adventure of my life!
Welcome to my world!!!
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March 13

Mein Nachbar, der Vergewaltiger...

Ich wohne in einer wunderschoenen Gegend namens Rotherhithe im Suedosten Londons. Gelegen im Stadtteil Southwark und unmittelbar an der Rotherhithe Street, die einmal im Jahr der Route des Londoner Maratons dient, ist mein Wohnblock nicht weit von der Themse entfernt. Die ehemaligen Handelshaefen, die sogenannten Docks, liegen gut erhalten, teils modernisiert und in teure Eigentumswohnungen umgebaut, in meiner unmittelbaren Nachbarschaft. Auch die unzaehligen Parkanlagen und der nahegelegene Southwark Park tragen zum angenehmen Umfeld bei.
Doch die Idylle truegt, das merke ich in den vergangenen Wochen zunehmend. Es fing an mit dem Diebstahl meiner Rollerplane, eine Schutzdecke die meine Vespa besonders nachts vor den London-typischen Regenguessen bewahrt. Da ich mich schon seit unserem Einzug in die Wohnung um ein gutes Verhaeltnis mit den Nachbarn bemueht habe, kontaktierte ich vorerst persoenlich einige und fragte nach Hinweisen. Ahnungslosigkeit, Anteilnahme, Unschuld... Keiner konnte (oder wollte?) mir helfen. Ich kam mir schon ein wenig strebsam vor, obwohl ich doch so bin, aber diesmal fuehlte ich es in einer beschaemenden Weise. Trotz des eventuell schon verzeichneten Titels "German Gruendlichkeit", auch das Anbringen einer Vermisstenanzeige fuer meine Rollerplane blieb erfolglos. Meine christlichen Werte der Naechstenliebe werden bei dem Gedanken an Menschen in London zunehmend auf die Probe gestellt, gehe ich doch schon lange nicht mehr vom vorrangig Guten im Menschen aus.

Wenn es aber zu dem aktuellen Fall eines der vergehen meiner Nachbarn geht, werde ich mit meinem Wehklagen ueber die vermisste/ gestolene Vespaabdeckung ganz leise.
Die Mittagsnachrichten des BBC News-Channels berichteten heute ueber den skandaltraechtigen Fall des Taxifahrers John Worboys dem vorgeworfen wird, 19 Frauen Drogen verabreicht und mindestens 12 von ihnen sexuell belaestigt, gar vergewaltigt haben soll. Es wird von bis zu 80 jungen Frauen ausgegangen, die er mehrfach mit der gleichen Masche zwischen Juli 2007 und Februar 2008 in sein schwarzes Londoner Taxi, ein im volksmund genannten "Black Cab", zog. Ihm wird vorgeworfen, die Frauen mit der Aussage, er habe in einem Casino viel Geld gewonnen, wuerde daher gern mit ihnen feiern und Champagner trinken, sie gar kostenlos nach hause bringen.
Nun kenne ich persoenlich die verzweifelte Situation ein moeglichst kostenguensitges Taxi, besonders an Wochenenden, zu kriegen. Sich vorzustellen, dass diese Frauen nichtsahnend, leicht angetrunken in sein Taxi stiegen, das automatische Tuerverschliessungssystem einsprang und in dem ihnen ueberreichte Champagner ein Betaeubungsmittel beigemischt war... Die dadurch hervorgerufene Laehmungserscheinung erinnert mich an einen Horrorfilm. Unvorstellbar was dieser Mann, sollte er denn der Tat ueberfuehrt werden, diesen jungen Frauen antat. Ihm steht eine lange Haftstrafe bevor.

Photos: BBC.co.uk
Ich weiss dass in meiner Nachbarschaft eine hohe Anzahl an Taxifahrern wohnen. Einer meiner geschaetzten Nachbarn, Mick, faehrt selbst taeglich sein weisses Cab durch die Strassen Londons. Schwarze Schafe gibt es anscheinend in jeder Branche. Aber garantiert auch in meiner unmittelbaren Nachbarschaft....



http://news.bbc.co.uk/1/hi/england/london/7931975.stm
February 16

Wenn Kinder Kinder kriegen....

Ich befuerchte, mein Outing steht bevor... Jahrelang habe ich es vermeiden koennen zu meiner perversen Hingabe zu stehen. Seit meiner Jugend habe ich es von meinem Umfeld fernhalten koennen, mehr oder weniger erfolgreich. Ich lese Boulevard-Presse. Verurteile man nun meinen Hang zur Dramatik und werfe mir Aktionismus vor, aber niemand steht wirklich zu seiner Hingabe fuer Schmuddel-Zeitungen. Trotz Rekord-Absatz der BILD Zeitung, europaweit die erfolgreichste Zeitung mit der groessten Auflage, die Mehrheit der deutschen Bundesbuerger verweigert angesichts des Themas die Aussage oder behauptet gar, die Boulevardpresse zu verabscheuen. Skandalbilder auf dem Titelblatt, die billig-Luder von Seite 3 oder die unethischen Stories der Redakteure dieses Erfolgsblattes werfen kein gutes Licht auf die Leserschaft. Spaetestens im Abitur wird Schuelern gepredigt, dass zur Allgemeinbildung garantiert weder Wikipedia, noch die BILD Zeitung zaehlen.
Ich persoenlich glaube an das Konzept von Skandalblaettern. Warum nicht in Aktien der Springer AG investieren, wenn auch Tageszeitungen geringeren Absatz erzielen. Durch vulgaere Bilder und Berichte werden Urinstinkte des Menschen angeregt, erregt und gepflegt. Sex sells! Nackte Maedels in reizenden Posen befluegeln des Bauarbeiters Fantasie waehrend seiner morgendlichen Knoppers-Pause, das Horoskop ist nirgends so anziehend fuer das weibliche Geschlecht wie in der Boulevard-Zeitung. Zudem spart der Buerger, auch bei seiner Bildung. Warum die "teure" FAZ kaufen, wenn die Boulevardpresse mit Billigtrips nach Mallorca und einem unschlagbaren Preis von 30 Cent lockt...?! Ah, und die Frankfurter Allgemeine befluegelt zudem nicht die erotischen Sinne des Lesers, auf Seite 3 wird eher mit der Wirtschaftskrise seit Monaten zu depressiver Stimmung verleitet.
Dennoch, ein Abonnement der BILD gibt keiner so schnell zu. Kaufen? Auf keinen Fall! Dabei entgeht einem doch so viel. Ein Depp, wer Abends erst die Nachrichten bei RTL Aktuell verfolgt, waren die "News" doch schon morgens in der bekannten Zeitung mit den vier Buchstaben.
Kritiker hatte die Zeitung seit ihrer Gruendung 1952 viele. Guenter Wallraff wetterte gegen die unethische Arbeitsweise der Bild Redakteure, erfolglos. Die Deutschen lieben Tratschblaetter, stehen nur ungern dazu. Bild-Leser sind einfache Menschen, skrupellos unterstuetzen sie die Arbeit von Paparazzi, die eine Mehrheit von Bildern fuer diese Zeitungen liefern.
Ich sehe das nicht so kritisch. Es gibt heutzutage ein ganzes Gewerbe, dass mit diesen Schlagzeilen lebt. Paris Hilton finanziert ihren luxurioesen Lebensstil mit vermeindlichen Skandalen, sie verdankt Paparazzi einen entscheidenden Teil ihrer Karriere. Die Schuld am Tod Lady Di's wurde von den Medien auf die verfolgenden Paparazzi gelenkt. Aber wie viel Schuld lag bei den Lesern, den werbenden Unternehmen und dem Voyeurismus der Buerger?

Die BBC veroeffentlichte diese Woche eine detaillierte Reportage ueber die Arbeit dieser Skandal-Fotografen in den Strassen von London. Ein einfaches Bild von Jude Law beim Spiel mit seinen Kindern in einem Park in Kensington ist nur wenige hundert Pfund wert, ausgenommen die unethische Tatsache, dass die Sicherheit des Kindes potenziell gefaehrdet ist. Drogen-konsumierende Supermodels sind hingegen bis zu 250.000 Pfund werd, wie der Fall Kate Moss zeigt. Insgesamt finde ich die Arbeit dieser Fotografen doch sehr arm. Viele Stunden warten, keine Garantie fuer Erfolge, das Ausschalten jeglicher Vernunft. Die Opfer werden beleidigt, beschmimpft, bis ins intimste verfolgt. Dennoch lese ich die Stories zu diesen Bildern. Und ich bin weitaus nicht der einzige...



Abgesehen von Skandalen in Form von Bildern nutzt die Schmuddelpresse jedoch auch gern Aufsehen erregende Berichte. Diese Woche traf die britische Boulevard Zeitung The Sun den entscheidenden Punkt der Leserschaft mit der Berichterstattung ueber den Fall des 13 jaehrigen Alfie Patten, der gemeinsam mit seiner 15 jaehrigen Freundin ein Kind bekam. Wenn Minderjaehrige schwanger werden erregt das immer Aufsehen. Zumindest innerhalb der Stadt oder des Bekanntenkreises. Wenn jedoch ein Junge im Alter von 12 Jahren ein Kind zeugt, ist das weitaus zu viel und wirft eine Horde Fragen auf. Wie konnte es dazu kommen? Wo waren die Eltern? Wieso wurde nicht verhuetet? Sind unsere Kinder fruehreif...?
Zumindest die letzte Frage wurde von der Sun sofort beantwortet: die zunehmende Sexualisierung und das Brechen von Tabus innerhalb der Medien trage erheblich dazu bei, dass Kinder anfangen Kinder zu kriegen. Wie ich schon sagte: Sex sells! Beinah so erfolgreich wie Boulevard Zeitungen...

November 25

The Recession hits us all! Aber wie!!



Vergangene Woche stiess ich auf einen interessanten Artikel in der FAZ. Die Londoner Korrespondentin Bettina Schulz  betitelte ihren Bericht mit "Die Reichen in London muessen ploetzlich rechnen". Das machte mich stutzig. Okay, dass dem Weihnachtsgeschaeft in der Oxford Street diese Tage (noch) nicht so gut laeuft ist klar: der Mittelstand spart immer! Die Medien verbreiten, wie so oft, Krisenstimmung. Rezession, Bankenkrise, Massen-Entlassungen im finanzstarken Canary Wharf... Auch wenn der britische Staatsbuerger selbst noch garnichts merkt, angesichts eines Jahrestiefs beim Benzinpreis vielleicht sogar triumphiert, es wird aufs Geld geschaut. Aber seit wann sparen auch die reichen Londoner?! Keine Panik, liebes London, selbst wenn deine finanziell gutgestellten Buerger aus Chelsea oder Kensington zurzeit sparen, es gibt schliesslich weiterhin viel zu viele Super(Neu-)reiche aus Russland. Die benehmen sich zwar lang nicht so gut wie britischer moechtegern Adel, aber wer's eben hat...


Lasst und froh und munter sein....
In genau einem Monat ist Weihnachten. Die Adventszeit steht vor der Tuer und laedt traditionell zur Besinnlichkeit ein. Aber wie sieht Christmas in London aus? In einer Metropole mit gut sieben Millionen Einwohnern verschiedenster kultureller Herkunft ist ein christliches Weihnachtsfest eher von wirtschaftlichem Interesse. Das liegt in der Natur des Kapitalismus. Der Dezember wird zum Monat des Massenkonsums. Kinderspielzeug, Suessigkeiten, Parfum und Luxuswahre, wohl kein Unternehmen verdient so gut am Weihnachtsgeschaeft wie der Supermarkt-Riese TESCO. Ob Onlineshopping, das Einkaufs-"Vergnuegen" im Mega-Center oder die Wahrenlieferung nach Hause: der Marktfuehrer unter den Supermaerkten ist gut im Geschaeft.
Wenn ich im lokalen TESCO Superstore einkaufe ist Service eine Massenware. Das beginnt bei den Oeffnungszeiten. Schonmal dran gedacht morgens um 3.30am den Wocheneinkauf zu machen? Nein?! Nun ja, ich auch nicht. Aber in einer Stadt wie London, in der Pubs gesetzlich dazu verpflichtet sind um Mitternacht den letzten Pint ueber die Theke zu reichen oder einige Clubs morgens um drei ihre Gaeste rausschmeissen, nun in solch einer Stadt in der die Bordsteine frueh hochgeklappt werden sollte doch 24h Shopping moeglich sein! Ach ja, der ein oder andere Wicht mag jetzt denken "Hey, warum nicht Trinkgelage und Party im Supermarkt fortfuehren?!" Abgesehen von der reichlich einschlaefernden Musik in Supermaerkten (jetzt wissen sie auch warum nie Partyhits gespielt werden! Sogar Dirty Dancing wird vermieden!!), es waere nicht Great Britain wenn nicht auch der Alkoholverkauf (und sogar der Verkauf von Kosmetikartikeln!)zeitlich limitiert waere. So wird auch in kleinen Drop-in Stores wie am Trafalgar Square um 22Uhr das Regal mit Bier und Spirituosen kurzerhand abgeschlossen. Sogenannte "Off-Licence" Laeden profitieren von diesem Einschraenkungsgesetz. Sie duerfen zu jeder Zeit Tabakwaren und alkoholische Genussmittel ausgeben.
Da stellt sich fuer mich doch eine Frage: Wo fuehrt diese 24-Stunden-Hysterie hin?! Angesichts zunehmender Nachfrage hat sich die Anzahl der Fitnessstudios in Deutschland in den vergangenen Jahren vervielfacht. Frueher operierten diese als wahre Wellnesstempel, fuer einen hohen Monatsbeitrag genoss man wahren Luxus. Heute gilt das wirtschaftliche Geheimrezept: mehr Quantitaet als Qualitaet! Das zahlt sich anscheinend aus. Der Discounter unter den Muckibuden, Mc Fit, bietet eine Mitgliedschaft ab 16,99Euro monatlich an! Die Mitgliedschaft scheint jedoch wirklich alles zu sein, was man fuer diesen Preis bekommt. Duschen kostet jedenfalls extra, was einen die Nase ruempfen laesst... Aber hey, jetzt raten Sie doch mal, was ein besonderes Schmankerl bei Mc Fit ist. Richtig, geoeffnet ist Tag und Nacht.
Wer also zukuenftig mit Freunden einen trinken gehen oder tanzen moechte geht lieber schon nachmittags los, damit man um Mitternacht nicht wieder enttaeuscht aus der Bar geschmissen wird. Die vielen Kalorien vom Bier koennen dann jedoch bis morgens um vier im Fitnessstudio abtrainiert werden und bei einem TESCO-Einkauf vor Sonnenaufgang das Katerfruehstueck zusammengestellt werden. Bon Appetit, der Tagesablauf des Menschen2008 ist perfekt. Die Frage bleibt eine alte: wie und wann soll ich schlafen und arbeiten...?!




November 08

Oh yes he can!!! Die Welt im Obamarama-Feeling


Es mag Menschen geben, die angesichts meines letzten Eintrags vor zehn Monaten denken ich sei verstorben. Entschuldigt, aber so endete es dann doch nicht... *zwinker*
Spaetestens als vor wenigen Tagen ein "schwarzer" Mann zum zukuenftigen US Praesidenten gewaehlt wurde, folgte meine Einsicht: jetzt hat sich aber gewaltig was veraendert!
Aber denkt bitte nicht dass lediglich aufgrund dieser historisch wichtigen Entscheidung meine Erleuchtung kam. Nein, auch das schlechte Gewissen und mein unendlicher Mitteilungsbedarf draengen mich zu diesem neuen Blogeintrag.

I feel Obamarama, baby! Was koennen die Amerikaner angesichts der Wahl Barack Obamas nun von den kommenden vier Jahren erwarten? Richtet man sich nach den Einschaetzungen von Polit-Experten, so stehen dem frischen Praesidenten schwierige Zeiten bevor. Obama selbst stellte Ende dieser Woche fest, dass die USA sich in der groessten wirtschaftlichen Krise einer Generation befaende. Durchaus moeglich, durch die Reihen der Medien draengt seit geraumer Zeit diese Panik. Von Rezession wird in London geredet, einst gut bezahlte Baenker in Canary Wharf sind von einem auf den anderen Tag arbeitslos.
Jetzt aber mal die Schreckensnachrichten beiseite und auf das Hier-und-Jetzt fokussiert: der Benzinpreis fuer meine Vespa hat jedenfalls sein Jahrestief erreicht. Vor einigen Wochen noch bei 1,17£ pro Liter bezahle ich diese Tage nur 97 pence an der Tanksaeule! Okaaay, jetzt mag der ein oder andere mir vorwerfen was er mag, ich versuche schliesslich auch nur optimistisch an die aktuelle Wirtschaftslage heranzugehen. Wer weiss, wie lange dieser Optimismus bleibt.......


Coming up soon: Nachdem Equality-Watch UK diese Woche klagte, dass ein Barack Obama keine Chance haette in Downing Street die Macht zu uebernehmen, fragen sich auch deutsche Politiker "Ist heutzutage die Wahl eines nicht-deutschen Kanzlers in der Bundesrepublik denkbar?"



January 14

First Year in London! Let's celebrate!!!

514/01/2008, vor genau einem Jahr kam ich nach London. Mit einem Koffer und einer Notebooktasche ausgestattet (heute ist's wesentlich mehr, da mein Ex-Mitbewohner Probleme hatte, all mein Zeugs in seinen Audi zu kriegen *lach*) kam ich in die britische Metropole. Die ersten Wochen im Hostel bei Kings Cross St. Pakras werde ich nie vergessen, da sie nicht nur abenteuerlich waren (Richie alone in another country/city/society), sondern auch einsam. So wenig geredet wie in den ersten Tagen habe ich wohl seit meiner Mandel-Operation mit 12 nicht mehr!
Rueckblickend war es ein erfolgreiches erstes Jahr in der britischen Metropole. Ich habe meine Ziele verfolgt und mich selbst ueberrascht, kam ich doch im Januar 2007 um meine Sprachkenntnisse auszuweiten und blieb, nun ja, laenger...
Sieben mal im ersten Jahr umgezogen (ich hoffe, das wird bald besser *stoehn*) und das Studium in East London angefangen. Ich bin gluecklich mit meinem Studiengang, ist es doch genau, was ich wollte. Aber trotzdem sehne ich mich schon wieder nach mehr. Das Jahr 2008 steht daher im Zeichen der Etablierung *uuuhh* Ich mache zurzeit einen Motorradfuehrerschein, um in wenigen Wochen unabhaengiger mit einer Vespa durch London zu cruisen. Entgegen innovativer Planungen habe ich mich doch entschieden, vorerst in der All Bar One Filiale in Canary Wharf zu bleiben, auch wenn es mich weiterhin ins direkte Zentrum zieht. Ab Februar will ich auf jeden Fall wieder ins Fitnessstudio, da 2008 auch gesuender werden soll.
 
Ja, ich geb's zu: ich habe mir an Silvester in Koeln viel fuer das kommende Jahr vorgenommen. Privat hat es ja sehr gut angefangen *gg*, das berufliche kommt (laut Horoskop) sowieso noch^^
 
Ich wuensche euch allen ebenfalls ein erfolgreiches, aber vor allem gesundes und glueckliches Jahr 2008!!! Fuerchte nicht die Neuerungen, fuerchte den Stillstand!
Gruss aus Newham/East London!!!
Euer Rich
September 19

Another day in Paradies....

 
Die Sommermonate sind vorbei, und mit ihnen auch viel Stress in der Bar, einige Besuche von Freunden und Family, teils anstrengende Zukunftsplanungen und vor allem: Das Dasein als purer Arbeitnehmer...
Lange war ich unsicher, ob ein Studium in Deutschland das richtige ist. Dagegen entschieden, kam neue Unsicherheit bezueglich des Studiums in UK auf. Reicht mein Englisch (verbal/kognitiv/schriftlich)? Kann das ungemuetlich laute, teils dreckige und teure London die kommenden drei bis fuenf Jahre wirklich mein Zuhause sein?? Kann ich mir ein Studium in London ueberhaupt leisten???!!!
Mit Sicherheit haetten viele angesichts dieser Fragen den Weg in die vermeindlich sichere Heimat angetreten. In der eigenen Sprache, nahe des eigenen Zuhauses und mit dem vergleichbar kleinem finanziellen Druck von 500€ Semestergebuehr studiert es sich bestimmt ungezwungener.
Aber fuer mich kommt es nicht in Frage, London schon wieder den Ruecken zu kehren. In Deutschland muesste ich mich zudem fuer einen "zukunftsorientierten Studiengang" entscheiden, da Politologie selbst immer noch fuer eine "brotlose Zukunft" steht.
Mein Wohnsitz East London ist laut, dreckig, absolut in der Umbauphase. Mit heimatlichem Lebensstandart oft nicht zu vergleichen. Seit meiner Ankunft mitte Januar bin ich sechs Mal umgezogen, in wenigen Wochen steht mit diese Prozedur wieder bevor. Ich bin viel zu Stolz auf mein neu erschaffenes Leben in der britischen Metropole, als dass ich alles wieder aufgeben moechte. Ich fuele mich seit Monaten zunehmend wohl, eroeffnen sich doch neue Freundschaften und Zukunftsperspektiven.
Nach meinem Vorsprechen, habe ich einen Platz an der University of East London bekommen und fange dank des Clearing-Verfahrens schon kommende Woche mit meinem Studium in "International Politics" an. Ich kann nicht in Worte fassen, wie gluecklich ich mit dieser Entscheidung bin. Ein Studium in einem fremden Land, in fremder Sprache, mit Komilitonen aus ueber 300 Laendern.
Ich bin viel zu Stolz auf mein neu erschaffenes Leben in der
britischen Metropole, als dass ich alles wieder aufgeben moechte.
Vor allem die Tatsache, dass ich mein favorisiertes Fach Politik studieren kann und mir nicht selbst fremdgehen muss, indem ich mich nur aus markttechnischen Gruenden fuer einen kommerzielleren Studiengang entscheide, erfuellt mich mit innerer Zufriedenheit. Mit einer akademischen Ausbildung in Internationaler Politik kann ich mein Ziel, in der deutschen Medienbranche zu arbeiten, systematisch anstreben.
Der erste Schritt, der mir schwer fiel und fuer den ich mir daher aus Unsicherheit bewusst ein Jahr lang Zeit genommen habe, ist gemacht. Die kommenden Jahre werden aus einem 35 Stunden Full-time Universitaets-Teil und einer 15-20 Stunden All Bar One Parttime-Stelle pro Woche bestehen. Es wird mit Sicherheit sehr stressig, aber ich bin so aufgeregt und voller Elan bezueglich meiner Aufgaben (noch ein Grund, warum ich mich fuer International Politics entschieden habe), dass ich den Start kaum erwarten kann.
Ueber Weihnachten komme ich selbstverstaendlich nach Deutschland und freue mich, so egoistisch es klingen mag, sehr auf das Festessen... *gg*

Nun geniesse ich noch meinen Kaffee-/Tea-Nachmittag im Starbucks und die Einfuerungswoche in der Universitaet (fuer heut Abend ist ein Karaoke-Partyabend der internationalen Studenten geplant *gg*).
Ganz liebe Gruesse vor allem an meine Familie und meine deutsch-irische Cousine Mirjam, die zurzeit ebenfalls ein spannendes Studentenleben startet!!
Bis hoffentlich bald, i'm lookin forward!
Rich 
July 19

Summer in the City...

Wenn jemand behauptet, er kenne das (bekanntlich schlechte) „britische Wetter“, werde ich ihn in Zukunft überrascht anschauen.

Als ich im Januar in der britischen Hauptstadt eintraf, stellte ich schnell die Ähnlichkeit mit dem deutschen Klima fest. Es regnet nicht öfter, ist aber meist bewölkt. Einen großen Unterschied gibt es jedoch: Anders als in der Heimat wechselt das Gemüt des Wettergottes auf den britischen Inseln sehr schnell, so auch in London! Plane ich morgens angesichts des blauen Himmels meinen Tagesablauf, so wird dieser innerhalb von Minuten durch aufkommende Regenwolken, gar Gewitter, zerstört!!

So ließ auch der Sommer in den vergangenen Wochen auf sich warten und ich gab schon meine gesamte Saisonplanung auf (Flipflops, weiße Leinenhose, kurze, ebenfalls weiße Herrenshorts Marke „Ich bin stolz auf meine Beine“, Hawaiishirts etc.).

DOCH in den vergangenen Tagen schöpft die nie versiegte Hoffnung der Londoner neuen Mut! Die Temperaturen steigen, die „sunny Intervols“ vergrößern sich, die Parks füllen sich!

Auch ich, ein absoluter Park-Pilger („PP“), bin selbstverständlich schon aktiv unterwegs und weder die kleinen Parks um meinen Wohnort East-London, noch die bekannten zentral gelegenen Grünflächen (Hydepark!) oder der Holland-Park in Kensington (mein Favorit!) sind vor mir sicher!

 

Aaaber ich möchte mich nicht länger mit rhetorischem Smalltalk wie dem Thema Wetter beschäftigen.

In den vergangenen Wochen geschah so viel, dass ich meist gar kein Internet, geschweige denn ein Notebook, zur Verfügung hatte. Mein geliebtes Hightech-Stück war bei Hewlett Packard in Reparatur, nachdem das Display eines Abends schwarz blieb *schluchz*. VIER Wochen Zeit nahmen sich die Notebook-Fachkraft-Schnösel und ich möchte gar nicht erst wissen, welche jungen japanischen/indischen Praktikanten daran herumgespielt haben!!!

Ich beruhigte mich mit der Tatsache, dass ich vor lauter Umzug in meine neue WG sowieso keine Zeit für interessante Chats haben würde. Somit richtete ich mein neues Zimmer, welches förmlich nach einer Generalreinigung „made in Germany“ schrie (Ich habe die Wände GESCHRUBBT!!!), mit neuem IKEA-Stuff, Notebooktisch, neues Bettzeug etc. ein. Ich hätte gern ein Vorher-Nachher Beispiel gezeigt, jedoch das Vorher-Bild vergessen *mist*. Beim Anblick des Zimmers blieb einfach keine Zeit zum Zögern, ich verbrachte de ersten Stunden nur mit der Grundsäuberung *lach*

Seit nunmehr sieben Wochen lebe ich somit im bodenständigen All Saints (Ost-London), an einer der meist befahrensten Straßen Londons (acht(!)-spurig), mit Blick auf meinen Arbeitsplatz, die Wolkenkratzer von Canary Wharf. Manche werden sich an dieser Stelle fragen, warum ein guterzogener blonder Junge aus dem deutschen Mittelstand sich in diese Gegend begibt, stellt sich gar die Frage, ob dieser Ort nicht im Gewalt-berüchtigen London gar gefährlich für ihn ist. Dementsprechend kann ich nur sagen, dass ich bewusst in East-London geblieben bin. Ich bin zwar bestimmt der einzig blonde im Umkreis von einer Meile *lol*, aber bisher hatte ich keinen Stress und auch in Leyton und Stratford kam es zu keinen Problemen. Ich bleibe somit vorerst in All Saints, vor allem aufgrund der perfekten infrastrukturellen Einbindung nach Canary Wharf.

 

-Themensprung-

 

Vor zwei Wochen ging ich das erste mal nach sechs Monaten wieder zurück in die Heimat, zum Abiball meines Nachfolgejahrgangs nach Celle. Ich machte einen absoluten Kurztrip, in nur vier freien Tagen reiste ich per Linienbus, Reisebus, Ryanairflieger, Deutscher Bahn und Taxi (insgesamt neun mal Umsteigen pro Trip) in die besinnliche Residenzstadt. Wie schön es war und vor allem wie gut es tat so viele meiner Freunde wieder zu sehen, aber auch in den Genuss der Auto- und Motorrollerfahrens nach so vielen Monaten zu kommen, kann ich nicht beschreiben!

 

Trotzdem merke ich, dass London vorerst meine Zukunft ist.

Anders als in meiner anfänglichen Intention, plane ich meinen Aufenthalt in Großbritannien mehrfach auszuweiten: Aufgrund meiner Erfahrung mit dem akademischen Umfeld, das ich hier in der Zeit seit Ankunft genieße (nicht zuletzt habe ich meine ersten Schritte in der Metropole während meines Aufenthaltes in einem Studentenwohnhaus gelernt) und der Feststellung, dass meine Spracherfahrung zwar kontinuierlich zunimmt, jedoch nur durch eine akademische Ausbildung perfektioniert werden kann, habe ich mich für ein Studium in GB, vielleicht sogar in London, entschieden.

Ich merkte schon im Frühjahr, dass ich mich zu einem ausländischen Studium hingezogen fühle und war selbst etwas überrascht, dass mit dem zunehmenden Wunsch nach einer akademischen Ausbildung hierzulande das Interesse an einem deutschen Studium abnahm. Natürlich sehe ich auch in einem Medienstudiengang (Media/Journalism/Politics/(Law)) im englischsprachigen Ausland mehr Perspektive als in einem „heimischen Studium“.

Ob es jedoch letztlich London bleibt (die Universitäten der Metropole haben einen hervorragenden Ruf), oder andere Unistädte wie zb. Manchester oder Birmingham vorne liegen, entscheiden die kommenden Wochen/Monate und letztlich auch die finanzielle Lage (bei der ich jedoch schon meine ehem. Deutsch-LK Lehrerin Banert mahnend sagen höre: „Bildung kostet nunmal, meine Lieben!“àRecht hat´se! Im Vereinigten Königreich 3200Pfund Studiengebühr pro Jahr!)

 

 

 

--Ab jetzt wieder regelmäßige Beiträge aus dem Leben in und um die britische Metropole--

June 11

Wohnungssuche

Zeit der Ungewissheit…

 

Ich bin mir durchaus bewusst, dass mein letzter Blogbeitrag arg lang her ist und ich entschuldige mich fuer dieses, einem “aktuellen” Onlinetagebuch nicht ensprechenden, Vorkommen.

Die vergangenen Wochen waren voll von Stress, gezeichnet vor allem durch die lang anhaltende Wohnungssuche. Aber mal ganz langsam, am besten von Anfang an:

 

Es war einmal ein blonder junger Mann, der im` stolzen Alter von 20 Jahren entschied, sein dank Ausmusterung gewonnenes Jahr (English: Gapyear) fuer einen Auslandsaufenthalt zu nutzen. Kein Work-and-Travel im Australischen Outback, sondern nach Jahrzehnten im besinnlichen Oertchen in der Lueneburger Heide in die ganz grosse Welt. Eine Metropole, die alles bietet: Multinationalitaet, Fashion, Clubs, Ghettos, Wolkenkratzer…

Um seine Englisch- und Menschenkenntnisse zu verbessern flog er, mehr oder weniger kurzerhand, nach London. Zweiwoechiger Aufenthalt im Hostel nahe Kings Cross, wochenlange Jobsuche mit Unterkunft bei einer Freundin aus der Heimat im Studentenwohnheim in Hampstead, letztlich Einzug in die erste WG in den Docklands nahe seines Arbeitsplatzes Canary Wharf.

Aber nichts ist Ewigkeit in London. Seine Mitbewohnerin teilte ihm nach nur wenigen Wochen mit, dass sie aufgrund ihres Studiums zurueck nach Sussex gehen muesse und sie daher die WG aufloesen muessten.

Seither habe ich, Richie, ueber Wochen nach einer neuen Unterkunft gesucht. Letztlich kamen eine Kollegin und ich auf die Idee, eine WG von All Bar One-Freunden zu gruenden. Erste Wohnungsbesichtigung im Ghetto Anfang Mai, zweite Wohnungsbesichtigung im Traumhaus an der Themse nur wenige Tage spaeter. Wir kaempften, spendeten viel Herzblut und vor allem Ueberredungskunst in dieses Projekt, letztlich verloren wir aber den Kampf. Zwei weitere Kolleginnen wollten den Vertrag nicht unterschreiben und zu zweit wollte ich dann auch nicht ein Deposite von 3000 Pfund hinterlassen…

Ich war also seit 10. Mai quasi wohnungs-, um nicht gar zu sagen obdachlos.

Ein Freund bot mir an, unbefristet bei ihm unterzukommen. Somit zog ich nach Leyton, nahe Stratford. Schoene Gegend? Eher geschmacksache. Ghetto? Nu rein blonder Kleinstadtjunge wuerde das so abwertend sagen, aber nach wenigen Wochen den Mund nicht so voll nehmen. Vorteile? Den Doener-Kebab-Store seines Vertrauens direkt an der Ecke!!!! *ggg*

Zu Vier Australiern und einer Fransoesin kam somit fuer wenige Wochen der “German-boy” hinzu. Sehr nett, vor allem das Sky-TV Angebot war sensationell. Gibt man sich in Deutschland mit vier Musiksendern zufrieden, so sin des in UK locker zwanzig!!! *schwaerm *

 

Ich betrieb seit Einzug neben der taeglichen Arbeit jedoch verstaerkt online-recherche nach geeigneten Wohnungen und hatte taeglich zum Teil drei Zimmerbesichtigungen, in jeder Preislage. Erfahrungen??? OOOOohhhhh ja! Ich habe viel gesehen, Welch Glueck nicht alles! Kollegen und Freunde hatten mich vorgewarnt, aber total verdreckte Zimmer (die so voller Muell sind, dass man den Boden nicht mehr erkennt (so gesehen nahe Stratford-Station fuer umgerechnet 100euro woechentlich) oder ein Kaemmerchen im “Harry Potter-Style” (bekanntlich hat dieser bei den Dursleys unter der Treppe in einem Wandschrank hausen muessen) fuer den Schnaeppchenprei von 57pfund, also rund 85euro, pro Woche waren dann doch etwas besonderes. Man muss vielleicht hinzufuegen, dass ich jedoch in einer Hochzeit der Wohnungssuche auf der Jagd war. Zum Sommer hin kommen viele Saisonarbeiter und somit ist das Angebot von privaten Haushalten unglaublich. Wohnraum ist bekanntlich teuer in London, da lohnt es schonmal, seine Abstellkammer zu vermieten (wie im Beispiel erwaehnt).

 

 

---to be continued---

April 26

CZ-Artikel erschienen^^

Gestern, am 25. April 2007, ist mein Artikel in der Celleschen Zeitung erschienen und ich freue mich sehr über das Ergebnis (auch wenn ich das Foto von mir in der Bar nicht mag (*lach*)
 
Einen großen Dank nochmal an Oliver Gatz von der CickZack-Seite, der mir mit Rat und Tat bei Seite gestanden hat und die Veröffentlichung somit ermöglichte^^
 
 
April 08

Biggest Easter-Egg ever!!!

Pünktlich zum Osterfest habe ich all meine Kraft gesammelt und das größte Osterei gelegt  Fröhliche Ostern^^
 
Schritt 1: Druck aufbauen...
Schritt 2: Nach Fertigstellung wieder zu Luft kommen
Schritt 3: Stolz auf das gelegte Osterei zeigen!!!

"Fröhliche" Ostern!!!

Ich wünsche ein fröhliches Osterfest!!!!
Ein Wunder, dass ich es überhaupt erwähne, fällt Ostern dieses Jahr doch bei mir aus. Nicht möglich...?! Leider doch. Ich gehe fest davon aus, dass der britische Osterhase die Großstadt London meidet oder auf dem Weg hierher vom Auto überfahren wurde... *schluchz* Ich habe daher auch keine Eier gefunden, mich jedoch an der Osterschokolade von meiner Mum und meiner Sis *bussels* erfreut!
 
 
Die Woche war kurz, etwas stressig, aber erlebnisreich!!! Henrike aus Hildesheim kam am Montagabend an und ich holte sie nach der Arbeit an der Liverpoolstation ab. Obligatorischer Welcome-Pint, sogar Guinnes schmeckte ihr, doch es entstand sofort ihre Liebe für Lager-Shandy (50% Lemonade+ 50% Bier) entdeckte. Die angehende Hamburger Studentin mag dieses sommerliche Getränk sogar lieber als das vergleichbare Alster!!! *Augen aufreiß*
Ich bekam drei Tage frei und das Wetter strahlte uns an. Trotzdem waren wir so frech und spendeten den gesamten Dienstag für DVD schauen. "Prison Break" ist eine hierzulande sehr erfolgreiche TV-Serie, die uns sofort begeistert hat. Mag es an Wentworth Miller oder an der dunklen Story liegen, die zweite große Liebe Henrikes war geschaffen.
Mit meinem nächsten Projekt, die Liebe zum britischen Essen, war ich nicht ganz so erfolgreich: Der Brotaufstrich "Marmite" (geschmacklich vergleichbar mit Maggi^^) fiel glatt durch, auch wenn ich beteuerte, dass man sich dran gewöhne, meine restliche deutsch-britische Küche kam jedoch gut an *Brust schwell*. Neben Ham& Eggs und Humous ließ sich mein Ehrengast vor allem für Apple Cramble ("American Pie"-Kuchen mit Apfelkompott gefüllt) und Custard (Vanillepudding) überaus begeistern. Meine Applecrumble-Vorräte schmolzen nur so dahin *lach*
Am Donnerstag genossen wir die Sonne im St. James Park. Für abends hatte ich uns beste Karten für DAS Top-Musical "Billy Elliot" im Victoria Theatre geholt. Es war der absolute HIT und ich bin immer noch total von der schauspielerischen Glanzleistung der Kinder begeistert.
Freitag war Tanzen angesagt. Schande über mein Haupt, ich hatte seit meiner Ankunft in London nicht mehr getanzt. Die online zurückgelegten Karten für den Club "Heaven" am Leicester Square erwiesen sich als Geldverschwendung, da wir auf einem Techno-Event landeten. Wir wechselten den Club und kamen letztlich zu unseren Hüftschwüngen zu R´n´B und Black Music *schwärm*. Die tänzerisch "perfekte Symbiose" (Tim Ole) war wieder einmal geglückt!
Samstag musste ich abends arbeiten und freute mich über viele deutsche Gäste aus Hamburg, Augsburg und München, die über die Osterfeiertage nach London kamen.
Heute, Sonntag, ist mein freier Tag. Und den brauche ich auch, da Henrike heute Nacht um 2.30uhr zum Flughafen aufbrach und ich Schlaf nachholen muss *müde lächel*...
Das nächste große Event steht schließlich mit meinem Geburtstag schon kommenden Freitag, den 13., und Samstag mit der Betriebsfeier an *gg*
 
 
March 23

Traurige Neuigkeiten...

Gestern teilte mir meine Kollegin und Mitbewohnerin Laura mit, dass sie ein Jobangebot in ihrer Heimatstadt erhalten habe und schon in zwei Wochen ausziehen müsse.
Mein geliebtes neues "Zuhause", an dass ich mich im Moment so gut gewöhne, können ihr Freund und ich noch bis zum 17. Mai halten, danach ziehen voraussichtlich auch wir aus *schluchz*. Wer die Bilder sieht und meine Schwärmereien vom neuen Umfeld, der ahnt, wie sehr ich diese Umgebung lieben gelernt habe. Nach dem ersten Schock gestern, bin ich heute sehr traurig und trauere meinem Zimmer mit Hafenblick, meinem Bad und der riesen DVD-Sammlung von Ashley schon jetzt nach. Ich träumte, mit meinem neuen i Pod jeden Morgen am Wasser zu joggen...
 
Aber aus Trauer soll wieder Mut werden und ich werde in einigen Wochen erneut auf Wohnungssuche gehen. Den Job, und somit das Geld, habe ich und kann mir somit ein Zimmer in einer WG leisten.
Alltag scheint hier nicht wirklich einzukehren und nach Kings Cross, Hampstead und den Docklands (in drei Monaten) wartet ab Mitte Mai ein neues Umfeld auf mich...
March 21

New Haircut, Dirty Dancing, busy work & Training

Die vergangene Woche zeichnet mein neues Leben aus: Viel Zeit in der Bar, ein wenig Freizeit mit Unternehmungen und alles mitten in London...
 
Mein Aussehen hatte unter den vergangenen Wochen gelitten und ich suchte einen billigen Friseur auf. Friseure in London sind mehr als teuer und unter 48 Pfund geht garnichts. Selbst eine Friseurenschule, die ich aufsuchte, wollte 25 Pfund haben, um an mir zu testen.
Dem Tipp eines Kollegen zufolge fuhr ich ins nächte Ghetto, Canning Town, und ließ mir von einem sehr netten Barber den Schädel präparieren^^ Nun habe ich für 4,99 Pfund einen schicken Kurzhaarschnitt, wobei die Betonung auf KURZ liegt...
 
Ich wusste, dass ich einer Person besonders für "mein neues Leben" in London danken musste und kaufte zwei Karten für DAS Musical zum Kultfilm Dirty Dancing. Sonja war super glücklich, als ich ihr die Karten zusammen mit einer selbstgebastelten Collage zum Geburtstag vergangenes Wochenende überreichte. Der Musicalbesuch am Dienstagabend war wunderschön, auch wenn die Plätze hätten besser sein kännen *grummel* Unsere gemeinsame Liebe zu Dirty Dancing wurde jedenfalls neu entfacht^^
Ich arbeite fünf Tage die Woche vollzeit. Das bedeutet von Mittags bis Nachts, meist in Doppelschichten von bis zu 14 Stunden. Meine erste Schicht in der Königsdisziplin als Kellner ist total in die Hose gegangen, aber das sei laut meiner Kollegen normal. Bis zum Sommer möchte ich natürlich perfekt sein und die anstehenden Massen gut bewirten. Die Bar platzt aufgrund ihrer traumhaften Lage am Hafen im Sommer aus allen Nähten. Das bedeutet viel Stress, aber auch sehr gutes Trinkgeld^^
Am Sonntagmorgen fand eine Teambesprechung in der Bar statt und ich besuchte mit Kollegen im Anschluss eine Bar in Canary Wharf. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich den ganzen Nachmittag trinken würde und mich abends nach haus schleppen müsste *lach*. Fazit #1: Barkeeper können viel trinken! Britische Barkeeper noch mehr!!!
 
Ich besuchte mit meinen Kollegen aus diesem Grund das Training der Unternehmenskette meiner Bar, "School Bar One", und wir wurden in die Welt des qualitativ hochwertigen Kellners eingeführt...
 
Meinen heutigen freien Tag verbrachte ich mit einer Reise zu meiner Bank in Hampstead, um meine Bankkarte und den PIN abzuholen und die ersten Schecks einzulösen. Außerdem leistete ich dank der Hilfe meines Schwesterherzes, die mir ein Paket mit sämtlichen Beauty-Utensilien aus Celle zukommen ließ, einen Pflegenachmittag in meinem Bad^^.
March 12

Das Londoner Leben beginnt...

Sonntag, 11/03/2007
 
Ein sehr sonniger Tag! Nach langen Arbeitstagen mit mehreren Doppelschichten und einer kleinen Geburtstags-Party von Sonja vergangene Nacht in einem Pub bin ich heute morgen super müde aufgewacht. Vielleicht lag es daran, dass ich etwas angetrunken in den falschen bus gestiegen war und zwei stunden quer durch London gefahren bin, zudem noch im Bus einschlief und letztlich total entnervt ein Taxi von st. pauls cathedral nach haus nahm.
Ich war die gesamte woche allein in der Wohnung, da Laura und Ashley ihr Einjähriges in Rom feierten.
Heute genoss ich den sonnigen Frühlingstag mit einem Freund im St. James Park und beendete den freien Tag mit gemeinsamen Shopping bei Harrods. Ich hatte das Kaufhaus noch beeindruckender in Erinnerung. Schließlich habe ich es mit 13 Jahren schonmal besucht... Naja, die Ansprüche steigen...
Heute Abend kamen meine Mitbewohner wieder und fanden einen todmüden Richie beim "Lost"-gucken auf dem Sofa wieder.
March 07

Neue Wohnung...

 
 
Umzug in die neue Wohnung und (hoffentlich) endgültige Bleibe. Die vergangenen Wochen waren sehr stressig. Ich nehme in der Bar an einem umfangreichen Training in den Bereichen genereller Ablauf (Wie funktioniert der Laden?), Dispenz (Drinkherstellung für Kellner), Bar und letztlich Floor (als Kellner) teil und werde schließlich eine Prüfung bestehen müssen. Der Druck ist hoch, erst gestern wurde ein Kollege von mir, der wenige Tage vor mir anfing, aufgrund seines Versagens beim Kellnern gefeuert...
Vergangenen Sonntag war der Stichtag: An meinem freien Tag zog ich in meine neue Wohnung, die ich durch einen netten Zufall entdeckt hatte. Ich berichtete in der Bar zwei Kollegen von meiner aktiven Wohnungssuche und Laura, eine 23 jährige Kellnerin, erzählte mir, dass ihre Mitbewohnerin gerade ausziehen würde und sie und ihr Freund somit nach einem netten Mitbewohner ("der auch Englisch sprechen kann) Ausschau halten würden. Sie gab mir die Adresse und ich war zuerst skeptisch aufgrund der Lage im (für Kriminalität berüchtigten) East-End der Stadt liegt. Kriminalität ist ein riesen Problem in der britischen Metropole, gegen die hart angekämpft wird (u.a. mit permanenter Videoüberwachung, genannt CCVT) und der (Süd-)Osten der Stadt, der Jahrhunderte lang durch Industrie (Hafen) geprägt ist, gilt als unsicherste Gegend. Ich bin auf der Suche nach billigen Hosten und Hemden vor ein paar Wochen nach Peckham und Bermondsey gereist, zwei Stadtteile im südosten Londons, und muss sagen, dass der Ausdruck "Ghetto" in diesem Fall echt nahe kommt. Ein Kollege von mir, Samuel, zeigte mir zu dem Thema glatt seine lange Narbe am Bauch, die von einer Messerstecherei blieb...
Wohnungssuche ist somit nicht einfach in London. Billig ist sowieso nichts (von 100 bis 150 Pfund wöchentlich muss man sich zufrieden geben), preiswerte Angebote gibts natürlich eher im Südosten oder außerhalb Londons. Umso positiv überraschter war ich von der Lage der Wohnung von Laura, die ich vorab mit Google Earth abcheckte (s. Fotogallerie): Nur drei Bahnstationen von meiner Arbeitsstelle in Canary Wharf gelegen, wurde vor wenigen Jahren in den wunderschönen Docklands eine neue Wohnsiedlung namens West Silvertown erschaffen. Diese ist sehr familiär und erinnert an eine deutsche Neubausiedlung. Nur eben mit Mauern drumrum, Videoüberwachung und vor allem einer traumhaften Lage am Wasser. Als ich den Trip nach London plante rechnete ich mit allem, aber garantiert keinem Ausblick auf den Hafen beim Aufstehen!!!
 
Ich kann den Frühling und Sommer kaum abwarten, da die Hafenpromenade zum Joggen perfekt geeignet ist und unser Balkon nach Feierabend zum Sonnenbad einlädt. Ich habe super viel Glück gehabt, da ich zwei total nette Mitbewohner gefunden habe, die meine Liebe zu TV-Serien aller "24", OC California, ferner auch Buffy und Co. teilen und die schmutzigen Teller nach Feierabend auch mal stehen lassen können. Prä-Studenten trifft auf Post-Studenten *lach*
February 20

NEUE HANDYNUMMER

Meine Londoner Handynummer lautet:
 
+44 (0) 7870317826
 
Meine dt. Handynummer ist zurzeit inaktiv, da ich die SIMkarte aus meinem Mobiltelefon genommen habe...
 
 

I GOT THE JOB!!!

Montag, 19.2.2007

Nach 36 endlos lang wirkenden Tagen ist es geschafft: I GOT A JOB!!! Wie? Überraschenderweise nicht über Initiativbewerbungen, sondern über die Jobanzeige im Internet, auf Gumtree.com.

Ich traf heute Krischie und ihrer Mutter bei Harrods, und auch wenn ich nur sehr wenig zeit hatte, so tranken wir schnell einen Starbucks Cappuchino und ich aß einen super leckeren Muffin. Das tat gut, denn das Wiedersehen mit Krischie stimmte mich fröhlich und nichts war mehr von der depressiven Stimmung angesichts der erfolglosen Jobsuche der vergangenen Wochen zu spüren.

Diese gute Stimmung ist wichtig, besonders, wenn mann einen Trial-day in einer Bar hat. So kam ich super gut gelaunt eine viertel Stunde früher (das ist natürlich Pflicht *smile*) bei der "All Bar One" an der Canary Wharf, im Südosten Londons an. Es handelt sich um das noble Banken- und Businessviertel Londons, welches sehr modern gestaltet ist (have a look on the pictures!). Hier, direkt unter dem Reuters-Building liegt diese Bar, die mir tags zuvor noch zu edel vorkam. Wäre ich nicht am Vortag reingegangen und hätte mich dem Interview nicht gestellt...

Ich traf auf Jeremy, den Besitzer der Bar. Meine gute Laune kam anscheinend gut an (danke Krischie^^). Jedenfalls verstand ich mich von Anfang an sowohl mit den Kollegen, als auch mit den Kunden gut. Meine Aufgabe am Probetag: Einen Blick auf die Tische haben und mit Tablett elegant leere Gläser wegräumen und in die Expressspülmaschinen hinter der Bar schicken... Ich kann wirklich sagen, dass ich mein bestes gegeben habe (was auch die Kopfschmerzen nach den zwei Probestunden erklärt...). Ich lachte mit den Kunden und hatte nur wenige Patzer.

Schließlich bat mich Jeremy ins Büro und ich dachte schon an das übliche Prozedere von wegen "We´ll call u the next days...", aber nein. Er fragte, wie es mir gefallen habe und stellte fest: "Richard, i´m glad that you´re fine...". VERDAMMT; ICH HABE DEN JOB!!! Ich habe immer noch nicht realisiert, dass ich mich anscheinend gegen die Interview-Konkurrenz vorm Vortag durchgesetzt habe... *brust schwell*

Das musste gefeiert werden und so traf ich mich mit Diego, dem ehemaligen Harrods-Mitarbeiter und nun Hotelrezeptionist, zum Burger King-Festmahl (übliches Programm bei mir^^) und Kino im Anschluss...

 

Morgen schon ist meine erste richtige Schicht. Von 5 bis 10PM. Das wird hart, es ist arg stressig. Aber hey! Es macht super viel Spaß, ich habe heute schon einige nette Leute kennengelernt und ich werde mein bestes geben!!! Sieht so aus, als werde ich ein richtiger "Waiter"! Ein wahrer Kellner! Und um mal wieder zu weit in die Zukunft zu schauen: Die Kette "All bar one" hat weltweit mehrere Niederlassungen. Unter anderem auch in KÖLN!!! Da wirds meiner Mum aber ganz schnell warm ums Herz, oder? Könnte das nicht evtl. bedeuten, dass bei einer erfolgreichen Mitarbeit hier in London eine geeignete Referenz den Weg in die Bar in ihrer neuen Heimatstadt ebnet...?! Mum, wer weiß, vielleicht kommt der Tag, an dem du mit deinen kölschen Freunden ein Kölsch bei deinem Sohn bestellst *zwinker*

http://en.wikipedia.org/wiki/All_Bar_One

http://fancyapint.com/pubs/pub329.html

http://missnina.hautetfort.com/album/docklands/canary_wharf_005.3.jpg

  Aber mal nicht zu weit geträumt: Erstmal freue ich mich über eine Jobzusage und schaue somit hoffnungsvoll in die Zukunft. Und die liegt nun hoffentlich endgültig in London. Fakt ist, dass dieser Tag sehr wichtig für mich war und ich unendlich dankbar bin. Vor allem Sonja, aber auch dem japanischen Mitbewohner Baku, der seit wochen mit mir ein paar quadratmeter teilt, und den anderen Studenten, die mir seit nunmehr drei Wochen Unterschlupf gebieten, selbstlos ihre sowieso schon zu kleinen Studentenzimmer (frag mal wer Jule, wie klein die sind! Oder schaut auf das Bild in der Gallerie) mit mir teilen und mir immer wieder Mut und Optimismus zugesprochen haben. Ich scherze nicht, wenn ich sage, dass ich ohne diese neuen Freunde entweder unter einer Brücke in London gelandet wäre, oder schon lange wieder in Celle hausen müsste...

Thanks to SONJA (for being "my wife" and always being there for my, giving me hope and selfconfidence back); BAKU (for sharing your room with me and the great discussions about fucking capitalism^^); IZZY (for helping me with my CV and writing the application letters, but also borrow so many DVDs (especially all seasons of OC California *gg*)); JEREMY (just for having so much fun); EMILY (for being there and your great birthdayparty with best food ever!); NICK (for faking my CV (suddenly I prefer playing Football and Golf *lol*); ANTHONY (for jokes the whole day and your iron for my business-clothes^^); KIEIRA (for all the DVDs you borrow) AND THE OTHERS!!!

Größten Dank also hiermit an Sonja und Co. God (or whatever) bless u!

 

 

Sonntag, 18.2.2007

Ich hatte mir vorgenommen, jede Chance auf einen Job zu ergreifen und stieg somit gegen Mittag in die Tube, um im Südosten Londons in einer Bar anzuheuern. Sie veranstaltete von 11 bis 13uhr Interviews und ich hatte per E-Mail Kontakt aufgenommen. Die Bar liegt im Bankenviertel „Canary Wharf“, eine sehr modern gestaltete Gegend mit neuer Tube-Station, Wolkenkratzern und Business-Gastronomie. Daher wirkte auch die „All Bar One“, bei der ich mich bewerben wollte, etwas heftig. Ich musterte die Bar von außen und wäre eigentlich wieder gegangen, da sie zu edel wirkte. Ich ging nach dem Motto „Wenn de schonma da bist…“ hinein und trug mich im normalen Prozedere in den Bewerbungsbogen ein. Sofort kam eine junge Dame auf mich zu, deren Namen ich schon aus der Mail kannte: Deborah alias Debs^^ Und SURPRISE, das Interview verlief überraschend gut! Ich hatte aus meinen Fehlern beim verpatzen Hotelinterview vergangene Woche gelernt und war allen Fragen soweit gewappnet. Überrascht wurde ich nur von der Aufgabe, dass sie mir einen Tacker hinstellte und forderte, ihn ihr zu verkaufen… Das war schon echt lustig, da ich ihr somit das wunderschöne Design, die jahrelange Erfahrung mit diesem Gerät (natürlich ausschließlich positiv) erklärte und sie zum Ausprobieren aufforderte *lach* Ihr gefiel es anscheinend und sie lud mich zum Trial Day für den kommenden Tag ein *freu*

Die eigentliche Verabredung mit Krischie an der Oxford St. Scheiterte, da sie im Sightseeing-Bus festhing. Trotzdem ging ich ein wenig shoppen und besuchte den kleinen Bruder von Harrods, das Kaufhaus „Selfridge“ (bei dem ich mich by the way auch schon beworben habe^^).

Zurück im Studentenwohnheim lernte ich meinen indischen Mitbewohner, der abends oft ein faszinierendes Instrument spielt, und seine nette Freundin, die zufällig auch noch Geburtstag hatte. Sie hatte köstliches indisches Essen mitgebracht und ich wäre bei dem Geschmack fast dahingeflossen. Als hätte sie meine Sympathie damit nicht schon gewonnen, bot sie mir auch noch ihre Hilfe bei der Jobsuche an und gab mir ihre Kontaktdaten und die ihrer Organisation, die mir evtl. auch behilflich sein kann. Auf die deutsch-indische Freundschaft!!! Das ich den Abwasch übernahm, war da selbstverständlich^^

 

Samstag, 17.2.2007

Ein ruhiger Tag, mit gelungenem Abend. Mein japanischer Gastgeber, der seit zwei Wochen brüderlich sein kleines Studentenwohnheimzimmer mit mir teilt, ist übers Wochenende in Birmingham. Daher habe ich sein/mein Zimmer allein für mich und genieße den Luxus eines Bettes…

Nachdem ich vergangene Nacht mit Sonja bis 2.00uhr morgens einige Episoden von „24“ gesehen habe, schlief ich heute Morgen aus. Zum Aufstehen muss ich mich selbst seit Wochen zwingen, wirkt die anhaltende Arbeitslosigkeit doch so erniedrigend. Ich kann durchaus verstehen, warum Langzeitarbeitslose irgendwann resignieren und gar nicht mehr aufstehen.

Den ganzen Tag am Notebook gesessen. Im Internet die Stellenbörsen abgeklappert, einzelne Bewerbungen abgeschickt, einen Bewerbungsanruf getätigt, keine Antworten erhalten…

Sonja erkannte schnell meine unschöne Lage und brauchte angesichts ihres eigenen Stresses mit einem Essay für die Uni nicht lang zögern: Wir mussten ausgehen! Also haben wir uns den neuen Streifen mit Hugh Grant angetan. Nette Unterhaltung, aber keine 10pfund wert (typisch London^^).

 

PS: @DORO!!!! WAS MEINST DU MIT BANKDATEN?! Ich scheine die falsche Handynummer von dir zu haben. Oder sind meine Geburtstags- und Bankdaten-nachfrage-SMS angekommen?

 

 

February 14

Der Lichtstrahl am Horizont...

Mittwoch, 14.2.2007:
Exakt einen Monat bin ich nun hier. Zeit, um einen kritischen Rückblick auf die ersten Wochen in London zu werfen. "Kritisch" vor allem hinsichtlich der Jobsuche, die wesentlich schwieriger ist, als anfangs erwartet/erhofft. Vergangene Woche strahlte der britische Fernsehsender BBC1 in seiner Primetime-Nachrichtenausgabe (vergleichbar mit dem heute-journal) einen Beitrag über die besorgniserregende Lage des Arbeitsmarktes in London aus. Mit einer Arbeitslosenquote von 9,5% ist diese doppelt so hoch wie im restlichen Großbritannien und zeichnet seit einigen Jahren eine unschöne Entwicklung auf. Eine Sozialbeauftragte (...) beklagte, dass neue Jobs meist nur Firmenintern besetzt würden. Für Neuankömmlinge, vor allem aber für britische Jugendliche sei es daher verdammt schwer, überhaupt einen Einstieg in die Arbeitswelt zu bekommen. Die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen liegt in London zurzeit bei über 60%.
Ich fühlte mich nur bestätigt! Seit meiner Ankunft habe ich ca. 40 bis 50 CVs abgegeben, wurde jedoch nur von zwei potenziellen Arbeitgebern zurückgerufen: Fitnessstudio und Hotel. Beide haben mich in ihre Kartei aufgenommen und "melden sich dann".
Die erste Feststellung klingt somit depressiv, ist auch traurig, aber wohl wahr:
 
-->In London bekommt man einen Job nur über Kontakte oder in den untersten Reihen der Arbeitswelt.<--
 
Darüber kann man jetzt klagen, verzagen und letztlich versagen. Oder man versucht das Beste draus zu machen und schlägt einen anderen Weg der Arbeitssuche ein.
Nachdem ich gestern enttäuscht und niedergeschlagen war, habe ich heute (nicht zuletzt dank meiner lieben Studentenfreunde) wiederum Hoffnung geschöpft und durchstöber Jobangebote in der Gastronomie (Bars, Pubs, Restaurants, Hotels...). Das dies die absoluten Hardcore-Jobs sind, ist mir durchaus bewusst. Aber ich scheue keine harte Arbeit mehr, bin nur noch froh, wenn ich endlich starten darf...
 
Also bitte ein hoffentlich letztes Mal dickes Däumchendrücken/Finger kreuzen, damit es endlich voran geht!!!
Ich melde mich in den kommenden Tagen wieder! 
February 02

Die Jobsuche geht weiter/ Richie disappointed...

Oh ja, es hätt nicht sollen sein. Aber nach über einer Woche warten auf eine Zusage des Fitnessstudios geht die Arbeitssuche weiter *würg* Eine größere Erkältung seit Mitte der vergangenen Woche schlug mich teilweise total aus der Bahn, sodass ich Ende letzter Woche total platt lag. Samstag war ein"Trial-day", ein Nachmittag an der Rezeption des Studios, der trotz gelähmten Schädels und Dank hilfreicher Medikamente ganz gut verlief. Am Sonntagmittag zog ich vom superteuren Hostel zu Sonja ins Studentenwohnheim. Ja, wie eng es hier zurzeit ist, kann man sich vorstellen (Foto). Aber die Bewohner sind super nett, über´s Wochenende ist Baku, ein fernöstlicher Student aus New York im Auslandssemester, bei seiner Freundin und hat mir z.b. netterweise sein Zimmer zur Verfügung gestellt.
Trotzdem meldete sich das Studio nicht wie versprochen am Montag und ich wartete den gesamten Tag vergebens. Als ich am Dienstag auf der Matte stand, teilte man mir mit, ich habe noch zwei weibliche Mitbewerber und man würde sich am Donnerstag melden. Ich handelte sofort und ging zurück in den Supermarkt und fragte nach einem Kassiererjob. Wie bei fast allen Einzelhandelsketten in London geht sowas nur zentral und braucht viel Zeit. Zeit, die ich nicht habe. Das Studio hat seit gestern komplett verschissen, da sie sich auch dort nicht meldeten. Heute, Freitag, gehts also wieder aktiv auf Jobsuche. Diesmal im Norden Londons (ich befinde mich zurzeit nicht mehr im Bereich Kings Cross St. Pacras, sondern in Hampstead im Nordwesten Londons. Onlinebewerbungen habe ich zwar diese Woche auch schon versendet, aber letztlich bleibt die Hoffnung, dass nur direkte Präsenz einen prägenden Eindruck hinterlassen kann.
 
Insgesamt ist die Stimmung jedoch nach fast drei Wochen auf Jobsuche ziemlich am Boden, was mich jedoch ab jetzt antreiben soll und erst Recht nicht zur Aufgabe bewegt.
Ich gehe nun wieder zur eigentlichen Intention zurück: Erstmal einen Basisjob finden, egal was, hauptsache Kohle. So hätte ich es von Anfang an durchziehen müssen und mich nicht von einem Traumjob an der Rezeption eines Edel-Fitnessstudios ablenken lassen sollen. Dieses kann sich schließlich (wie so viele andere Arbeitgeber) immer noch melden.
I need a Job, immediately!!!!
 
 
Ich danke euch fürs Daumendrücken! Und auch wenn sie schon blau angelaufen sind, so drückt bitte weiterhin fest (oder überkreuzt einfach die Finger, wie die Briten! "Cross fingers")
January 23

IT´S SHOWTIME!

 

…Endlich! Am achten Tag. Ein Anruf. Es ist früher Abend und, wie zu dieser Jahreszeit üblich, schon dunkel. Der blonde Junge steht in einem indischen Supermarkt nahe der Euston Road, müde und hungrig von der Arbeitssuche, da klingelt sein deutsches Handy. Es ist noch auf „lautlos“ gestellt, damit es ihn nicht in unangenehme Situationen während seiner Bewerbungsgespräche bringt. Trotz seines erschöpften Aussehens wirkt der sportliche Jungspunt durchaus gentil: Dunkelbraune Lloyd-Lederschuhe, Diesel-Jeans, Fashiongürtel passend zu den Schuhen, weißes Business-Hemd unter einer dunklen Northface Regenjacke, abgerundet durch eine silberne Dieseluhr. Er kramt in der Brusttasche seiner Winterjacke nach dem Handy. Das Display zeigt eine fremde Nummer an. Keine deutsche Verbindung! Die Augen des jungen Mannes weiten sich und starren wie gebannt auf die Ziffern. Die Enttäuschung über die wenig erfolgreichen Anfragen bei Marketresearch-Centern in London schwindet aus seinem Gesicht.

Die Vorwahl lautet „020“! Das ist SIE! Die britische Metropole! Die unerschwinglich scheinende „Grande Dame“ der europäischen Großstädte ruft IHN an! Er glaubte schon beinah, niemals bei ihr landen zu können. Bekommt er etwa doch ein Date…?! Er nimmt den Anruf an und grüßt, halb schüchtern, halb selbstsicher.

Und Tatsächlich! Eine freundliche Frauenstimme stellt sich vor und fragt höflich, ob noch Interesse an einem Job bestehe. Der blonde Schönling traut seinen Ohren nicht! Er überlegt, welcher der vielen potenziellen Arbeitgeber es sein könnte. Er ist so aufgeregt, dass er nur Bruchteile der britischen Stimme am anderen Ende versteht. „Finchley Road“? „O2 Center“? Da war er, ja! Aber schon öfter. In einem Kino und einem Fitnessstudio. Oder war es doch nur ein Hotel…?! Die Gesprächspartnerin labert ihn derweil permanent weiter zu. Sie erklärt, dass sie interessiert sind und ihn gerne kennen lernen würden. Ein Vorstellungsgespräch! Vollkommen ausgehungert und irritiert fragt der junge Deutsche, um welche Adresse es sich genau handle. Nun ist es sicher: Das Edel-Fitnessstudio, in dem er vor wenigen Tagen erst seinen CV abgegeben hat. Sie suchen jemanden für die Rezeption! Perfekt! Er stimmt sofort zu und bedankt sich für die Einladung für den kommenden Nachmittag.

Der Junge, dessen Eltern ihn nach einem edlen britischen Ritter benannten und dessen Freunde trotzdem „Richie“ nennen, kann sein Glück kaum fassen. Er wird vorbereitet sein. Wie immer, wenn er die Chance wittert, einen attraktiven Job zu ergattern. Prompt verschlägt es ihn in die Drogerieabteilung des Supermarktes…

 

 

--to be continued--

January 20

"Richie and the city..."

 
 
Tag fünf meiner Exkursion in die strahlende Metropole London und ich bin (noch) arbeitslos. Ich hoffe zwar momentan speziell auf einen Arbeitgeber, aber der lässt sich zurzeit ordentlich Zeit.
Zeit, die ich nicht aufbringen kann und möchte. Ich bin momentan so weit, dass ich wieder bei dem König aller Fastfood-ketten arbeiten würde. Das Training dafür habe ich mir ja erst vor wenigen Monaten angetan. Obwohl ich feststellen musste, dass die Produktpalette hier anders ist, da sich Burger King UK am US-amerikanischen Markt orientiert. Hier gibt es selbstverständlich auch den Klassiker, der Whopper, aber sonst bekommt man eher Pappe auf das Plastiktablett. Anywhere, ich würde auch in einem hiesigen King klarkommen. Vorerst hoffe ich aber noch auf die Zusage eines Hotels *pray*
 
Also habe ich gestern zum Thema „Jobsuche“ mehr scherzhaft, als ernst gemeint, den Weg zum Arbeitsamt (in GB: „Jobcentre Plus“ *yeah!*) angetreten. Warum ich so kritisch bin…?! Wer das deutsche Arbeitsamt, ähh die „Agentur für Arbeit“ kennt, weiß, dass die Hoffnung auf einen Job eher gering ist, von Schnelligkeit kann sowieso nicht die Rede sein.
Es fing schon bürokratisch an: Mit meinem CV und einer Wegbeschreibung aus dem Internet suchte ich das örtliche „Jobcentre Plus“ auf. àAufgelöst. Die beiden Wärter erklärten mir, dass es nicht mehr in dem Gebäude sei, ich in den Nachbarort „Camden town“ gehen müsse. Ich habe mir für diese Momente immer ein Reserve-Lächeln in meine Umhängetasche eingepackt… Also den kleinen Spaziergang über den Euston Square nach Camden-„Ghetto“-Town. Ich hätte mich auch in einem indischen Tourismus-Dorf befinden können: Überall super kleine Shops in heruntergekommenen Häuserfassaden, zwischendrin auch mal n Mecces oder King, KFC oder „Boots“ (die britische Rossmann-Drogerie). Nach ner halben Stunde detektivischer Suche (bei der mir zwei Officer, äh, Bobbys weiterhalfen) fand ich dann auch das JCP! Hui, da standen die Leute ja schon vor der Tür. Ich war froh, nicht der einzige Ausländer zu sein. Ehrlich gesagt, waren da NUR Ausländer. Naja, multikulti eben. Also „kurz“ gewartet, die Empfangsdame angesprochen, welche mich darüber in Kenntnis setzte, dass ich bei ihr falsch bin… Da war das „Reservelächeln“ wieder! Vorgedruckte Wegbeschreibung eingepackt (lag direkt neben ihrem PC griffbereit für alle Deppen, die wie ich durch ganz Nord-London getrieben werden), in die Tube gestiegen und zwei Stationen gefahren. Das dritte JCP war endlich das richtige, aber keinesfalls der HIT! Wie in Deutschland sitzen da zwar massig „Angestellte“ an Servicepoints und vertreiben sich die Langeweile mit Flirts mit den bulligen Sicherheitsbeamten. *argh!* Der Jobsuchende (ICH!) wird zu einem Touchscreen-PC weitergeleitet, der aktuelle Jobangebote gespeichert hat und ggf. ausdruckt. Das Programm ist klasse, aber ich konnte nichts in die Suchanfrage eingeben. Sowas wie „GERMAN“ bei Telecentern wäre hilfreich gewesen. Aber auf Anfrage bei den Angestellten, die ich dreist bei ihrem Mittags-Flirt störte, wurde mir nur frech entgegnet, dass es nur diese Ausschreibungen gäbe und wenn da nichts für mich dabei sei, wär´s dat eben!!! Da verging auch mir das letzte Reservelächeln. Ich machte mit einer handvoll ausgedruckten Jobangeboten, die sekundär bis ungeeignet sind (à oder will ich Nachtwächter in diversen Jobs werden?! Ich laufe bekanntlich als erster weg, wenn´s Stress gibt!) kehrt und stieg, enttäuscht, aber um wichtige Lebenserfahrung reicher, in die Tube zurück ins Hostel.
 
Ich wurde vom Klingeln meines Handys aufgeweckt. Sonja fragte per SMS an, ob ich abends nicht vorbeischauen wollte. Ich machte mich nach ner halben Stunde auf den Weg. Und dieser Weg wurde lang, sehr lang *lach* Zuerst stieg ich zwar in die richtige U-Bahn, aber in die falsche Richtung… *lol* In der total überfüllten „Rushhour-Tube“ zurück, umgestiegen, Finchley Road am O2-Center, in dem wir zwei Abende vorher waren, ausgestiegen und wie in der SMS beschrieben in einen Doubledecker-Bus gestiegen. Oben, ganz vorne: Herrlisch!! (s. Fotos). Naja, den „Carphone Warehouseshop“ fand ich aber trotz exzellenter Aussicht nicht und fuhr…und fuhr….und fuhr immer noch…bis zur Endstation. Da musste ich auch mal wieder lachen. Am Hintern Londons stand ich also auf einem Doubledecker-Endstation-Busbahnhof. Unschöne Situation, aber mal ehrlich: Wer kann von sich behaupten, je die Lagerstätte der legendären roten britischen Doppeldeckerbusse gesehen zu haben…?! Kaum ausgestiegen, fing es an zu regnen. Den ganzen Tag Sonnenschein, aber wenn Richie am A**** Londons an der Doppeldecker-Busbahnhof-Endstation steht, fängt´s an zu regnen. War klar….^^
Nach 20 Min.(!) habe ich dann endlich den nächsten 113er Bus bekommen. Auf der Rückfahrt teilte mir Sonja mit, wir könnten uns am O2 Centre treffen (àda war ich doch schon!!!). Nach insgesamt 3 Stunden Tube- und Bus-Desaster hatte ich mir dann mein „You did your best, Richie!“-Feierabendbier verdient. Gemeinsam mit den Mädels musste ich dann in der Kneipe erstmal ordentlich lachen. Nicht nur über das Richie-Desaster, sondern auch über die 250ml Beck´s-Fläschchen. Total süß!
 
Der Abend war sehr sehr lustig. Die „Last order“-Klausel zwang uns um 23.30uhr aus der Kneipe. Wir gingen zur nächsten Partymeile, nach einer kleinen Stärkung bei Burger King zum Piccadilly Circus und hatten super viel Spaß!
So, jetzt wäre Richie aber nicht „Richie“, wenn er nicht noch einen draufsetzte!!! So um halb drei Uhr morgens geht in GB nicht mehr viel. Bei Nieselregen wollten wir also den Heimweg antreten. Die Mädels suchten grad einen geeigneten Doppeldeckerbus heraus (die Tube schließt nämlich auch kurz nach Mitternacht *grummel*) und Klein-blond-Richie schaute sich wie gebannt einen Polizeieinsatz am Piccadilly Circus an. Das ist nicht mit deutschen Polizeieinsätzen zu vergleichen. Allein diese multi-funktionalen Sirenen und die multi-coloured-Einsatz-Lichter kommen einer Hollywood-Produktion nahe. Naja, so verpasste ich es dann aber auch, in den Bus zu steigen und sah in die verdutzten Gesichter der beiden Mädels. Wie arg wir lachen mussten, muss ja nicht erwähnt werden. Vor allem ging´s ja nur so weiter!!! Ich stieg in den nächsten Bus, saß grad wieder oben auf meinem Lieblingsplatz, da bekam ich die SMS „Just stay there, we´ll come back!“. *todlach*. Ich schaute aus dem Fenster, da gingen sie auf dem Bürgersteig zurück. Und wir mussten wieder enorm lachen, als wir uns sahen!!! Hach, herrlisch! :-D
 
 
Fazit: Alle, die befürchten, Richie könnte sich verändern, sind hiermit beruhigt: Es ist alles beim alten!
Letztlich muss ich feststellen, dass es sehr gut tat, den ganzen Abend ausschließlich Englisch zu reden, nicht nur aus Rücksicht auf die englische Freundin. Den Fehler, gemeinsam deutsch zu reden, werden Sonja und ich so schnell nicht wieder machen. Wir wissen ja jetzt:
 
àViel Labern, Scherzen, Lachen und Spaß haben kann man auch auf Englisch ;-)
January 19

Rien ne va plus...

Stromausfall in London. Das bedeutet Ruhe, aber keinen Stillstand für die sonst so hecktische, florierende Metropole.

Der heutige Donnerstag fängt somit anders an, als andere Tage. Nicht nur, weil das Stromnetz zusammengebrochen ist und es seit Stunden weder Licht, noch (elektrische) Heizung oder geröstete Toasts beim Frühstück gibt. In den Fenstern des Hauses gegenüber des Hostels kann man die Auswirkungen live sehen: Computerbildschirme bleiben schwarz, die Mittagspause wird vorverlegt und ausgedehnt, das Gespräch mit dem Chef ausführlicher geführt, oder man(n) schläft einfach weiter (in weißem Feinripp-Unterhemd *ieh!*). Es ist dunkel auf den Gängen und auch das duschen in den Gemeinschaftshygieneräumen hat heute Morgen einen anrüchigen Touch…

 

Das gibt mir Anlass von dem gestrigen Tag zu träumen. Hatte der dritte Tag doch so „routiniert“ angefangen (à Aufstehen, Hygiene, Bewerbungsunterlagen packen, bei Starbucks Coffee Adressen und Telefonnummern aus dem Internet ziehen), so änderte sich dieses ab dem Nachmittag.

Ich kam dank eines Freundes per ICQ an eine Handynummer von einem Mädel, das ich noch aus meinem Ruderclub in der KAV-Mittelstufe kenne. Sonja hat nach der 10. Klassse mein Gymnasium verlassen, da ihre (Lehrer-)Mutter und sie entschieden, sie könnte Auslandserfahrung gebrauchen und sie prompt in ein Internat nach England ging- Zwar ursprünglich für drei Monate, aber das änderte sich, als die kleine Privatschule (80 Schüler) ihr ein Stipendium anbot. Sie blieb, auch wenn dies so arge Probleme mit der KAV-Oberstufenleitung in Celle gab, sodass sie die 10. Klasse hätte wiederholen müssen. Mit dem unschönen Umweg über eine Hannoveraner Schule kam sie schließlich ans Kings College nach London.

Ich schrieb ihr sofort eine SMS, sie antwortete schnell und genauso rasant stand fest, dass wir uns am Nachmittag treffen. Mein erbärmlicher Versuch, in einer Telefonzelle eine der vielen „Market -Research-Centres“ zu kontaktieren (jaaa, das sind diese nervigen Leute, die ein Gespür für unpassende Momente haben und auf dem Festnetz oder Handy anrufen, um mit einem Stimmlage zwischen „freundlich“ und „genervt“ anfragen, ob sie ein Telefoninterview bekommen dürfen!!!), scheiterte kläglich! Ich wurde weitergeleitet, das Geld ging aus und meine Tonbandansage war total daneben. In solchen Momenten kann man schreien, oder mal kurz aus sich rausgehen und sich imaginär selbst in dieser Telefonzelle am Euston Square sehen. Dann muss ich persönlich jetzt noch lachen *lol* Es sind diese Momente, die mich nach London getrieben haben. Wie ein kleiner blonder Junge, der allein in der großen Stadt nach seiner Mami sucht *lach* In diesem Fall suche ich jedoch einen Job^^

Zurück im Hostel bekam ich eine SMS von Sonja, dass wir uns am College an der Temple-station treffen sollten. Sofort packte ich meine Sachen, sprang in die Tube und war noch nicht mal schockiert, dass mich eine EINZELFAHRT über 8 Stationen in Zone 1 ganze 4 Pfund (6€) kostete. Aber dann kam SIE! Meine persönliche Super-Nanny für London. Sonja und ich kauften sofort eine Special-Card, die ich nun aufladen und preisgünstiger Tube fahren kann. Das war jedoch nicht der einzige hilfreiche Tipp der Expertin. Von Jobsuche, über Telefonverbindungen (àSie bestellt mir übers Internet eine günstige Telefonkarte) und Mobilverbindungen (Sie lieh mir sofort ihre Zweit-/Dritt-Simcard und Handy, damit ich für potenzielle Arbeitgeber auch über eine britische Nummer erreichbar bin^^),  bis hin zur Wohnungssuche (Sie fragt gleich mal in ihrem Studentenwohnheim nach, ob sie mir nicht ein Zimmer geben könnten, da so viele frei sind), die Supernanny nahm den kleinen blonden Jungen an die Hand und half ihm hoch.

Wichtig war aber vor allem eines: Jeder der mich kennt, weiß, wie viel ich rede und wie wichtig Kommunikation für mich ist. Daher wird niemand glauben, dass ich in den ersten drei Tagen insgesamt 10 Sätze geredet habe. Und das auch noch in Englisch… *laudatio!* Es war echt traurig, daher war der gemeinsame Trunk im Coffee shop in der Nähe der Uni reines Gold wert! Und ich hatte den Eindruck, dass es ihr auch gut tat. Bitte keine deutsch-britische Polemik, aber mit dem britischen Humor muss man erst den Umgang lernen…

Das merkte ich schnell, als wir abends in ihr Studentenwohnheim fuhren, um für eine Studienkollegin, deren Freund just in time mit ihr per Telefon nach zwei Jahren Schluss gemacht hatte, zu kochen. Insgesamt waren wir acht Leute und darunter zwei Clowns, die nur am rumscherzen waren. Der Lebensmitteleinkauf war noch okay, aber spätestens mit dem ersten Asti oder später in der Kneipe auch Bier, kam der britische Humor durch. Und der ist, wie soll ich´s anders sagen, dreckig *lach*. Die Briten scheinen über viele Lebenslagen lachen und reden zu können, die Deutsche eher meiden. Beispiel Kot: Ja, über derart körperliche Ausscheidungen schmeißt sich England anscheinend weg. Ich dachte schon, Pete Doherty sei widerlich, indem er die Kamera mit seinem Blut während eines Interviews bespritzt oder selbst wie der letzte Junkie aussieht. Aber ein Foto von seinem „Geburtstags-Haufen“ zu machen, ist für deutsche Gemüter eindeutig zu viel, für Briten jedoch der HIT! Nicht, dass jeder Brite so crazy ist, aber allein auf den Gedanken muss man mal kommen…

Probleme habe ich noch mit der Sperrstunde, auch „Last order“ genannt. Als der Barkeeper um 11.30pm eine Glocke leutete, rechnete ich mit allem (Schlägerei, Gratis Tabledance, Runde auf´s Haus oder eine ausstehende Bestellung). ABER NICHT MIT DER ANKÜNDIGUNG; DIES SEI DIE LETZTE RUNDE!!! Um viertel vor Mitternacht ging das Licht an, um fünf vor Null fing dann der Barkeeper an zu schreien „Ladies ´n Gents, come on!!“ à Da war Feierabend! Noch nicht mal von meinen neuen Bekannten konnte ich mich verabschieden: Die Tube fährt ja auch nur eine halbe Stunde länger!!! *Panik!* Ich bin gut im Hostel gelandet, aber das Foto zeigt, wie´s mir allein auf der Bahnsteig ging!!! ;-)

 

Letztlich muss ich für mich persönlich feststellen, dass der britische Slang (vorerst noch) schwer verständlich für mich ist. Wenn acht Briten kommunizieren, ist das arg schwer für den kleinen blonden Richie. Aber Sonja machte mir, wie in so vielem, Mut und entgegnete auf diese Feststellung, dass man um die drei Monate mindestens brauch, bis man es sowohl versteht, als auch selbst redet. Sechs Monate seien somit für mich lohnenswert.

 

Na wenn das mal kein Ansporn ist… *zwinker*

 

 

 

Zusatz:

*todlach!* Als ich diesen Artikel heut morgen um 10.00uhr geschrieben habe, dachte ich noch, der Stromausfall würde schnell behoben, damit die Elektriker pünktlich zum Mittagessen kommen…

Das Notebook verabschiedete sich aufgrund von Energiereserveproblemen schnell in den Ruhezustand und ich entschied mich, die Bewerbungsunterlagen zu packen und einfach so loszuziehen (Wie blöd auch, da ich doch die Gegend hier schon auswendig kenne und alle relevanten Arbeitgeber meinen CV bereits vorliegen haben^^). Also ging ich meine Lieblingsstrecke vom ersten Tag mit dem Ziel, die Themse/Big Ben zu erreichen. Das war aber nicht mit wenig Risiko verbunden, da es gestürmt hat, wie auf Sylt am Hafen!!! Klein-Richie wäre fast weggeflogen. Wie die jungen Damen mit ihren Pömps sich da auf dem Asphalt halten konnten: Unbelieveable!!!

Nachdem ich auch noch das Szenario einer abgerissenen Werbewand sah und mir just in dem Moment selbst ein Metallwerbeschild eines Fastfood-Shops auf den Fuß knallte *autsch*, entschied ich mich, Zuflucht bei der Queen zu suchen. Ich bog ab und ging quer durch den Park auf den Buckingham Palace zu. Nun ja, die Queen schien not amused, bei dem Sturm hatte auch sie ihre Fenster fest verschlossen und befand sich um 2.30pm wohl schon in der vorgezogenen Tea-time…

Apropos „verschlossenes Fenster“: Nachdem ich mit der Tube vom nahegelegenen Regierungsviertel von der Parker Street den Rückweg zum Kings Cross Bahnhof antrat, fand ich im Hostel eine angenehm frische Luft in meinem Zimmer wieder. Auch der Blick durch mein Fenster auf den stürmischen Himmel erfreute mich zuerst, da ich feststellte, dass das oberste Mini-Fenster (das man öffnen kann) erstaunlich rein geputzt schien. Auf den zweiten Blick musste ich aber feststellen, das DORT GAR KEIN GLAS MEHR WAR!!!! Der Sturm hatte mein kleines Fenster einfach vier Stockwerke runtergeschmissen. Aber welch Glück habe ich ja den Ostblock-Hausmeister, der noch schlechter britisches Englisch beherrscht, wie ich. Der kam mit russischer Alternativpolitik und packte mir vorerst ne Pappe davor *lach* Mit dem Versprechen, morgen ein neues Glas einzusetzen…

 

Ich nehme den Tag so, wie man ihn nehmen sollte: humorvoll! Es ist super interessant, wie die Leute sich bei einem lokalen Stromausfall (nur mein Block war betroffen!!!) verhalten. Auch der Umgang mit sibirischen Stürmen in der Stadt scheint erprobt. Schlussendlich bleibt neben dem schlechten Gewissen, heute keinen CV unter die Londoner Arbeitgeber gebracht zu haben, mehr Optimismus zurück: Die Scherben meines kleinen Appartmentfensters bringen Glück, mein Fuß ist von dem Metallschild nicht weiter beschädigt worden und seit einer halben Stunde (9.00 pm!!!) ist auch der Strom wieder da *puh*

                                                       

Fazit: Bei Stromausfall gilt das Motto „Rien ne va plus“, was aber nicht bedeutet, dass man daraus nicht trotzdem was machen kann. Wenn auch nur einen stürmischen Herbstspaziergang im Januar…

January 15

Destination-time^^

Allererste Grüße aus der britischen Metropole!
Nach meinem gestrigen Reisetag, der genauso verlief, wie ich dachte, aber nach 10 stunden auch echt anstrengend war, geht das Leben in London langsam los.
Das wichtigste vorweg: Das Hostel-Zimmer ist voll okay, wenn auch arg teuer (35pfund/nacht). Aber für die erste woche muss das herhalten, wahrscheinlich auch länger.
Gestern Abend habe ich mich also mit dem Hostel vertraut gemacht. Alle sind sehr nett, aber wie Phil mir schon aus seinen New York Erfahrungen mitteilen konnte, findet man in der ersten Zeit keine Freunde... Aber das habe ich auch nicht vorausgesetzt.
Meinen ersten Supermarket-Besuch musste ich auch erstmal gleich gestern Abend um 11pm erledigen: Bottle of water, sandwiches (die gibbet hier in jedem supermarkt und sind der absolute HIT für die arbeitende Gesellschaft...), und zu guter letzt THE SUN-newspaper. Jajaja, jeder fängt mal klein an ;-) wo wir eben bei der "arbeitenden Gesellschaft" in London waren. Mir kommt es so vor, dass es hier keine Arbeitslosen gibt (--> außer im Moment (noch) meine Wenigkeit *rotwerd*). Natürlich gibt es Obdachlose, die sind in jeder Metropole, aber grundsätzlich keine Menschen, die schon gegen mittag in Schlafanzug/Trainingsjacke in der Videothek nach DVDs zum Zeitvertreib suchen. Arbeitslosenquote in gesamt GB momentan: About 5%! Duchaus vorstellbar...
Heute Mittag habe das erstmal die Lage gecheckt: Vom Lancaster Square, wo ich zurzeit wohne, bis zum Big Ben bin ich gewatschelt!!! meine füße geben mir zu spüren, dass es ca. 10km fußmarsch gewesen sein müssen (momentan agiere ich nach dem motto: "Aus der Underground kann man die Stadt nicht sehen/kennenlernen und die ist sowieso zu teuer!"). Auf dem Hinweg habe ich mögliche Arbeitgeber gecheckt, auf dem Rückweg im Supermarkt direkt mal nachgefragt *zwinker* Da kommen alte V-Markt gefühle wieder hoch ;-) Jedenfalls favourisiere ich für den Anfang einen der zig Tasko-Märkte, oder den Klassiker "Marks & Spencer", bei dem ich den Marktleiter gefragt habe. Eine TUI Kollegin hatte mir vor Wochen gesagt, dass meist für den gesamten Raum bewerber an einem wochentag "gecastet" werden. Somit hat mich der marktleiter an eine telefonnummer und die website weitergeleitet (wird grad mal durchstöbert). Ähnlich läuft es bei Starbucks, von dem aus ich grad diese paar Zeilen schreibe (s. Bild^^). die nette dame hat mich an mehrere starbucksfilialen (die hier an jeder dritten ecke sind) verwiesen. mal sehen, was draus wird. Zuletzt  habe ich mich bei einem sehr schönen (großen) Buchladen beworben (Mum: Dieser Laden würde dir gefallen!!!), der direkt im Universitätsviertel liegt... Sie suchen momentan nicht, den CV habe ich aber hinterlassen ;-)
Fazit: Momentan läuft es an, aber von weiten Sprüngen kann man nicht reden. Meine Hoffnung, gleich am nächsten Tag beginnen zu können, hatte ich mir sowieso früh abgeschrieben^^ das geht in GB genauso wenig wie in Dtl....^^
 
BESTE GRÜSSE AUS LONDON!!!!
I miss u all (cause i´m still alone^^)
Richie
January 14

Final Countdown- Zahnschmerzen, Übergewicht und andere Last-Minute-Probleme...

Nur noch wenige Stunden bis zum Abflug. Die Aufregung steigt (verständlicherweise) enorm.
Vor allem, da in den vergangenen Tagen der letzte Stress anstand. Nur einen Tag vor Abreise bin ich aufgrund von Zahnschmerzen in die Notfallpraxis gefahren. Diagnose: Wurzelentzündung. Der selbe blöde Zahn wie vor einem guten Jahr. Ich hätte ihn schon damals entnehmen lassen sollen... Momentan bin ich jedenfalls mit Antibiotikum ganz gut versorgt. Im Notfall muss ich in London in die Notfallklinik und ihn mir entnehmen lassen. Als ob ich dafür in den ersten tagen die Zeit/ den Nerv hätte...
Letztlich kam es zum Eklat beim Kofferpacken: Schon die minimierte "Das muss nun aber wirklich mit"-Version meines ultra-leichten "Carbonate-Koffers" wog drei Kilo zu viel!!! *argh!* Dank der neuen Geschäftsbedingungen von Ryanair darf seit dem 1. Nov. 2006 statt erträglichen 20kg nur noch 15(!)kg Gepäck aufgegeben werden!!! Somit musste ich beim allerheiligsten, den Pflegemitteln, sowie beim Schlafsack (der auch mit sollte...) sparen. Nun muss eine 3,50€ Fleece-Decke aus dem Auto und das absolute NOT-ADVENTURE-KOSMETIK-PACKAGE für den Notfall herhalten! Trotzdem hat mein Koffer nun gut 1 Kilo Übergewicht. Wenn Ryanair dafür die verordneten 8€ Zulage verlangt, werd ich groggy und bekomme einen "Nichts wie weg aus der Bürokratie-Republik"-Flash!
Schließlich plagt mich schon das schlechte Gewissen, mein Übergewicht von drei Kilo (zurzeit 73Kg Kampfgewicht^^), das ich mir in den Feiertagen extra für London angefressen habe, könnte extra berechnet werden.... *lach*
 
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